Diskussionsrunde 2

Grundkompetenzen im Alltag

Wie kann man den digitalen Graben bei der Nutzung der IKT überbrücken?

Problematik: Die Bedürfnisse des Zielpublikums erkennen und bekannt machen

Schweizerische und europäische Studien über den digitalen Graben belegen die Bedeutung folgender Punkte:

  • Das Erlernen der IKT aus dem alleinigen Umfeld der Arbeitsmarktfähigkeit und der Bürotechnik herausholen, um es ins tägliche Leben einzubringen und mit konkreten Plänen/Projekten der Lernenden oder der Gruppe zu verbinden
  • Den digitalen Graben bei der Nutzung als dynamischen Prozess verstehen, der wegen der sehr raschen Entwicklung dieses technologischen Bereichs aus ständiger Aufholarbeit besteht, und offene, entwicklungsfähige Dispositive einrichten.

Eine Zersplitterung, welche die Bevölkerung kategorisiert und den Zugang zum Angebot erschwert

Die Effizienz der Bildungsaktionen wird durch die Zersplitterung der politischen Strukturen unseres Landes sowie durch den für die ausbildenden Einrichtungen komplizierten Zugang zu den möglichen Finanzierungswegen eingeschränkt.

In der Praxis bewirkt dies Folgendes:

  • Der Zugang zur Finanzierung wird sowohl für die Auszubildenden als auch für die Ausbildner erschwert (Vervielfachung der Instanzen und Antragsverfahren, Auseinandersetzung zwischen den zuständigen Stellen usw.).
  • Die Bevölkerung wird kategorisiert (erwerbstätig/nicht erwerbstätig; Ausländer/Schweizer; Senior/Jugendlicher usw.), was dem Willen zuwiderläuft, die soziale Bindung zu stärken, und gewisse Personengruppen benachteiligt (z.B. Einwohner der kleinen Gemeinden).
  • Der Zugang zu Informationen über das bestehende Angebot verkompliziert sich, und zwar sowohl für die Bevölkerung als auch für die Fachleute.

Empfehlungen

  1. Zentralisierte Auflistung im Internet von auf die Bedürfnisse der Zielgruppen abgestimmten Cybercafés (Internetcafés) und von elementaren Bildungsmöglichkeiten im Bereich der IT/IKT in der Schweiz, damit diese für die Öffentlichkeit sowie für Fachleute leicht zugänglich sind. Ebenfalls sind alle in diesem Bereich tätigen Einrichtungen sowie die laufenden Projekte aufzuführen.
  2. Bei den Kantons- und Gemeindebehörden die heutigen Grundsätze der elementaren Erwachsenenbildung (Ausrichtung auf direkten Nutzen, Autonomie und Spass am Wissenserwerb) bekannt machen und die Ergebnisse der durchgeführten Forschungsarbeiten zum digitalen Graben breit streuen.
  3. Initiativen fördern, die Personen mit elementarem Schulungsbedarf im Bereich der IKT jenseits ihrer Alterskategorie, ihrer Herkunft, ihrer Tätigkeit oder ihres sozialen Status zusammenführen.

Referenzen:

"Construction des compétences numérique et réduction des inégalités", Belgien, Juni 2008

"Ordinateur et précarité au quotidien : les logiques d’intégration provisoire de la formation continue", EPFL, August 2005