Diskussionsrunde 3

Menschen mit Behinderungen befähigen Spezialisten der IKT

Ziel dieser Diskussionsrunde war es, das Thema „Befähigung und Vertrauensbildung“ aus Sicht der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zu erörtern. In dieser Perspektive beschränkt sich die Befähigung nicht auf Massnahmen, um Einzelnen das Rüstzeug für die Nutzung von IKT zu vermitteln. Vielmehr geht es auch darum zu fragen, inwieweit auch IKT-seitig Massnahmen ergriffen werden müssen, um Menschen mit Behinderungen, aber auch Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu diesen Technologien und ihren Anwendungen zu gewährleisten. Denn erfahrungsgemäss erweisen sich oft nicht fehlende individuelle Kompetenzen, sondern auch externe Faktoren – vom fehlenden Zugang zu Kursorten über nicht zugängliche Lernmaterialen bis hin zu einer fehlenden Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse von Nutzerinnen und Nutzern mit Behinderungen – als Hindernis bei der Nutzung von IKT.

Die Einschätzung, dass es über die Förderung der individuellen Kompetenzen hinaus auch IKT-seitiger Massnahmen bedarf, wurde von Teilnehmenden der Diskussionsrunde geteilt. Ausgehend von drei Praxisbeispielen, die Möglichkeiten aufzeigten, wie sich Hindernisse beim Zugang zu IKT abbauen lassen, hat die Gruppe folgende Empfehlungen erarbeitet:

Empfehlungen

  1. Es ist technisch sehr oft möglich, kostengünstige Lösungen zu entwickeln, die es Menschen mit Behinderungen erleichtern, von den Möglichkeiten, die IKT eröffnen, in gleichem Mass wie Menschen ohne Behinderungen zu profitieren. Es wird daher empfohlen, in der Entwicklung von IKT und IKT-basierten Angeboten von Beginn an Lösungen zu suchen bzw. zu favorisieren, die den Bedürfnissen aller Nutzerinnen und Nutzern umfassend und in gleichem Mass Rechnung tragen ("universal design").
  2. Oft stehen zugängliche Lösungen bereits zur Verfügung, werden aber zu wenig genutzt, da sie bei Entwicklern und Entwicklerinnen, Dienstleistungserbringenden und Nutzerinnen und Nutzern kaum bekannt sind. Aus diesem Grund wird empfohlen, die Information über hindernisfrei zugängliche IKT-Lösungen zu verbessern.
  3. Bereits bestehen verschiedene Initiativen, die sich dem Anliegen, Menschen mit Behinderungen den Zugang zu IKT zu erleichtern, widmen. Um die Wirksamkeit dieser Massnahmen zu verstärken und zugleich den Druck zu erhöhen, dieses Anliegen angebotsseitig aufzunehmen, wird empfohlen, diese Initiativen vermehrt zu vernetzen.
  4. Bereits jetzt ist es möglich, konkrete Massnahmen vorzunehmen, um den Zugang von Menschen mit Behinderungen zu den IKT zu fördern. In diesem Sinn empfiehlt die Gruppe, mit konkreten Projekten zur Befähigung von IKT-Fachleuten, den Anliegen von Menschen mit Behinderungen Rechnung zu tragen.