Diskussionsrunde 6
Massnahmen zur Verbesserung der transkulturellen Medienkompetenz
Medien spielen bei der Information, der Wissensvermittlung, der Meinungsbildung und der Teilnahme an politischen und sozialen Prozessen eine entscheidende Rolle. Damit kommt ihnen in allen Bereichen der gesellschaftlichen Integration eine zentrale Funktion zu. Chancengleichheit ist dabei nicht nur eine Frage des Zugangs zu Medien, sondern auch eine Sache des kompetenten Umgangs mit ihnen.
Was aber heisst „kompetenter Umgang“ in einem lokal mehrspachigen und international multikulturellen Umfeld? Medienkompetenz ist im Zeitalter der globalen digitalen Vernetzung und der transnationalen Migration transkulturell verortet. Das heisst, sie muss dazu befähigen, die kulturellen Überschneidungen, Vermischung und Reibungen, denen die MediennutzerInnen tagein tagaus ausgesetzt sind, als Teil eines Ganzen zu erkennen und adäquat zu verarbeiten. Gefordert sind hier nicht nur die Medienschaffenden, die Informations- und WissensvermittlerInnen sondern auch die MedienkonsumentInnen. Transkulturelle Medienkompetenz ist eine Sache des gesamten Mediensystems.
Empfehlungen
Im Bereich der Medien
- Die staatliche Unterstützung von Ethnomedien (Gebührenbeteiligung) sollte mit der Verpflichtung eines “Transkulturellen Mainstreamings” verbunden werden (d. h. interne Entscheidungen, Produktionsprozesse und Inhalte müssen transkulturelle Sichtweisen berücksichtigen).
- Eine “staatliche Unterstützung” der Schweizer Medien (Konzessionen, Posttarife u.ä.) sollten mit der Verpflichtung zu einer spezifischen Ausbildung der je beschäftigten Medienschaffen-den im Bereich Transkultureller Medienkompetenzen verbunden werden.
Im Bereich der Medienschaffenden
- Gezielte Ausbildung im Bereich Transkulturelle Medienkompetenz für Medienschaffende, die in der Schweiz für fremdsprachigene Medien (Ethnomedien) arbeiten. Entwicklung eines spezifischen Ausbildungsangebots im Rahmen staatlich geförderter Ausbildungsprogramme (MAZ, Centre de formation des Journalistes à Lausanne, Fachhochschule, Universität).
- Transkulturelle Medienkompetenz sollte Teil des allgemeinen Lehrplans der Ausbildung von Medienschaffenden werden (MAZ, Centre de formation des Journalistes à Lausanne, Fachhochschule, Universität).
Im Bereich der MigrantInnen
- Transkulturelle Medienkompetenz sollte allgemein ein Thema der Integrationsförderung werden. Die Entwicklung von Angeboten im Bereich der Förderung der transkulturellen Medienkompetenz sollten staatlich finanziert werden.
- Entwicklung von Modulen zur Föderung der Transkulturellen Medienkompetenz für den Deutschunterricht als Zweitsprache (Erwachsene) in der Deutschschweiz.
- Entwicklung von Bildungsmodulen und Workshops zur Föderung der Transkulturellen Medienkompetenz, die in Bibliotheken, bei Integrationsstellen, von Migrationsorganisationen etc. eingesetzt werden können.
- Entwicklung eines Ausbildungsangebots zur Föderung der Transkulturellen Medienkompetenz von LehrerInnen im Bereich Heimatliche Kultur und Sprache (HSK).
- Unterstützung der Entwicklung von Modulen zur Föderung der Transkulturellen Medienkompetenz, die im HSK-Unterricht eingesetzt werden können.
